Stiftung Südkurve
Stiftung Südkurve

Vom Pioniergeist zur Professionalität

Was heute ein etablierter Bereich für Garten-, Tief- und Hochbau ist, begann mit einfachen Mitteln. Der Teamleiter André Känel hat den Aufbau mitgeprägt und erzählt von den Anfängen, dem Weg zur Fachlichkeit und von berührenden Momenten.

 

Du bist seit den Anfängen der Stiftung Südkurve vor 16 Jahren dabei. Wie hat alles begonnen?
Nach meinem Studium kam ich zusammen mit fünf weiteren jungen Personen nach Lyss, um bei der Pionier- und Aufbauarbeit der Stiftung Südkurve mit anzupacken. Die Anfänge waren sehr bescheiden: Wir stellten unsere privaten Autos zur Verfügung, erhielten einen minimalen Lohn und hatten ein Monatsbudget von 300 Franken für Werkzeug und Material. Alles war sehr einfach gehalten – die Administration lief über eine simple Excel-Tabelle. Was uns an Erfahrung und Mitteln fehlte, machten wir mit Einsatz und Motivation wett.
Heute leitest du den Bereich Garten-, Tief- und Hochbau. Wie war die Entwicklung?
Am Anfang machten alle alles – je nach Auftrag und je nach den Programmteilnehmenden, die gerade da waren. Vieles haben wir uns durch Ausprobieren angeeignet, ganz nach dem Motto: «Geht nicht, gibt’s nicht.» Wir wollten unserem damaligen Slogan «Gefragt, getan» gerecht werden. Diese Zeit hat uns geprägt. Heute sind wir klarer aufgestellt, spezialisiert und verfügen über ein breites, professionelles Portfolio.

 

Was motiviert dich nach all den Jahren?
Die Selbstständigkeit und die Vielseitigkeit. Ich begleite Projekte von der ersten Besichtigung über die Offerte bis zur Umsetzung und Abrechnung. Der direkte Kontakt zu den Kundinnen und Kunden ist mir wichtig – sie sind für mich keine Nummer. Mich treibt immer wieder die Frage an: Wie lässt sich etwas möglichst einfach und effizient lösen? Welche Hilfsmittel oder Maschinen können dabei helfen?

 

Du teilst oft Einblicke in deine Arbeit in deinem WhatsApp-Status. Warum?
Ja, ich dokumentiere unsere Projekte dort mit Fotos, wo andere Familien- oder Ferienbilder posten. Ursprünglich war das für unsere Kundschaft gedacht. Die vielen positiven Rückmeldungen zeigen aber, dass es die Leute interessiert, zu sehen, wie etwas entsteht. Es spiegelt unsere Leidenschaft wider und ist ehrliche, authentische Werbung.
Wie bindet ihr Programmteilnehmende in deinem Bereich ein?
Sehr individuell. Die körperliche Arbeit ist anspruchsvoll und verlangt eine achtsame Arbeitseinteilung. Gleichzeitig bietet unser Bereich die Möglichkeit, Erfahrungen sehr nahe am ersten Arbeitsmarkt zu sammeln.

 

Gibt es ein Erlebnis, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ja. Ein Mann kam zu uns, dem es sehr schlecht ging und der viele Schwierigkeiten hatte. Mit Maschinen konnte er jedoch hervorragend arbeiten und blühte dabei richtig auf. Beim letzten Auftrag sagte er mit Tränen in den Augen: «Ohne eure Wertschätzung und Unterstützung wäre ich heute nicht da, wo ich bin.» Dieser Satz begleitet mich bis heute.

 

Was bleibt herausfordernd?
Wenn etwas zweimal gemacht werden muss. Mein Anspruch ist klar: Einmal – dafür richtig!